Grenzprobleme Der Phänomenologie: Analysen Des Unbewusstseins Und Der Instinkte. Metaphysik. Späte Ethik (Texte Aus Dem Nachlass 1908 - 1937)
ISBN: 9400758138
EAN13: 9789400758131
Language: German
Pages: 665
Edition: 2014
Dimensions: 2.00" H x 10.00" L x 7.00" W
Weight: 3.00 lbs.
Format: Hardcover
Publisher:

Grenzprobleme Der Phänomenologie: Analysen Des Unbewusstseins Und Der Instinkte. Metaphysik. Späte Ethik (Texte Aus Dem Nachlass 1908 - 1937) - German Language Edition

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Book Overview
Der vorliegende Band versammelt Forschungsmanuskripte aus dem Nachlass Edmund Husserls zu vier miteinander zusammenhangenden Themenbereichen. Die Manuskripte des ersten Themenbereichs bieten phanomenologische Analysen zu den Phanomenen des Unbewusstseins und zu den damit verbundenen Problemen von Geburt, Schlaf und Tod und fuhren an die Grenzen der transzendentalen Phanomenologie als einer deskriptiven Wissenschaft. Dies gilt auch fur die Phanomenologie der Instinkte, die sich in den Manuskripten des zweiten Themenbereichs findet. Die Texte der beiden ersten Themenbereiche bieten wesentliche Stucke einer phanomenologischen Fundierung der Husserl'schen Metaphysik. Diese Metaphysik wird von Husserl in den Texten des dritten Themenbereichs als eine spekulative Monadologie und Teleologie sowie als eine damit eng verbundene philosophische Theologie in Ansatzen entfaltet. Die vierte und grote Gruppe der in vorliegenden Band edierten Manuskripte dokumentiert in einer reprasentativen Textauswahl Husserls ethisches Denken, wie es sich in seinen Freiburger Jahren entwickelt hat. Husserl ruckt in diesen Jahren von seiner fruhen, unter dem Einfluss Brentanos stehenden Gottinger Ethik ab und entwickelt insbesondere unter dem Einfluss Fichtes eine Ethik, die in eins Individualethik, Sozialethik und Menschheitsethik ist. Fur diese Ethik ist ein erweiterter Begriff von praktischer Vernunft kennzeichnend. Vernunftig und damit geboten sind nun nicht mehr einzelne Handlungen, die das Beste des in einer Situation Erreichbaren realisieren, sondern geboten ist nun eine absolut gerechtfertigte Gestaltung des ganzen je eigenen individuellen Lebens sowie eine vernunftige Gestaltung des Lebens der nationalen und ubernationalen Gemeinschaften in Richtung auf das Ideal einer Liebesgemeinschaft gegenseitiger Fursorge. Angesichts der Irrationalitat im Leben des Einzelnen und in der Geschichte der Menschheit drangen sich Husserl Fragen nach dem Wert und der Moglichkeit ethischen Handelns uberhaupt auf. In diesem Zusammenhang rucken das Phanomen der Liebe als Quelle bindender Werte und als Motiv ethischen Handelns sowie das Phanomen des individuellen Rufs zu einer Lebensaufgabe ins Zentrum von Husserls spaten ethischen Reflexionen.
Editor Reviews
From the Back Cover Der vorliegende Band versammelt Forschungsmanuskripte Husserls zu vier miteinander zusammenhängenden Themenbereichen. Die Manuskripte der ersten beiden Themenbereiche bieten phänomenologische Analysen zu den Phänomenen des Unbewusstseins und zu den damit verbundenen Problemen von Geburt, Schlaf und Tod und führen wie die anschließenden Instinktanalysen an die Grenzen der Phänomenologie als einer deskriptiven Wissenschaft. In diesen Manuskripten finden sich wesentliche Stücke einer phänomenologischen Fundierung der Husserl'schen Metaphysik, die in den Manuskripten des dritten Themenbereichs als eine spekulative Monadologie, Teleologie und Theologie in Ansätzen entfaltet wird. Die vierte und größte Textgruppe des Bandes dokumentiert in einer repräsentativen Textauswahl Husserls ethische Reflexionen der Freiburger Jahre, in denen Husserl von seiner frühen, unter dem Einfluss Brentanos stehenden Göttinger Ethik abrückt und insbesondere unter dem Einfluss Fichtes eine Ethik entwickelt, die in eins Individualethik, Sozialethik und Menschheitsethik ist. Für diese Ethik ist ein erweiterter Begriff von praktischer Vernunft kennzeichnend. Vernünftig und damit geboten sind nun nicht mehr einzelne Handlungen, die das Beste des in einer Situation Erreichbaren realisieren, sondern geboten ist nun eine absolut gerechtfertigte Gestaltung des je eigenen individuellen Lebens sowie eine vernünftige Gestaltung des Lebens der nationalen und übernationalen Gemeinschaften in Richtung auf das Ideal einer Liebesgemeinschaft gegenseitiger Fürsorge. Angesichts der Irrationalität im Leben des Einzelnen und in der Geschichte der Menschheit drängen sich Husserl Fragen nach dem Wert und der Möglichkeit ethischen Handelns überhaupt auf. In diesem Zusammenhang rücken das Phänomen der Liebe als Quelle bindender Werte und als Motiv ethischen Handelns sowie das Phänomen des individuellen Rufs zu einer Lebensaufgabe ins Zentrum von Husserls späten ethischen Reflexionen.